Mai 2016 – Immergut Festival Kunz Film

Vor ziemlich genau einem Jahr war ich auf dem Immergut Festival in Neustrelitz. Da fahre ich seit über zehn Jahren regelmäßig hin, lausche großartiger Musik und Lesungen, tanze bis die Sonne aufgeht, lasse mich von Mücken stechen, fahre zur Flohmarkt-Scheune auf der Useriner Straße und gehe schwimmen in einem der vielen Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Immer wieder traumhaft.

Schaukel

Letztes Jahr allerdings war ich nicht nur als Besucherin, sondern als Künstlerin dort. Keine Sorge, ich habe nicht gesungen, sondern etwas ausgestellt. Jedes Jahr wird mit einem anderen Thema aufgerufen sich künstlerisch zu beteiligen und 2016 war das Motto ‚Fahrt ins Grüne‘.

Gern wollte ich meine analogen Fotos aus Island schon länger mal zeigen und habe immer wieder nach dem richtigen Rahmen gesucht. Diesen Bildern habe ich nun Handyfotos aus meinem Alltag gegenüber gestellt.

Gezeigt wurde der Film das Festival lang in einem Bauwagen. Da auf einem Festival natürlich aus allen Ecken immer Musik kommt, ist der Film tonlos, aber ich empfehle beim Ansehen parallel Musik zu hören. Ganz passend zu Island und sowieso großartig fänd‘ ich zu Beispiel etwas von Sóley.

„Die Fahrt ins Grüne, ob groß – ein Sommerurlaub – oder klein – ein Wochenend-/Tagesausflug – begleitet mich gedanklich auch immer im hektischen Alltag. Auf dem Weg zur Arbeit, zwischen Kundenbesuchen und privaten Verabredungen, sind die Gedanken oft bei dem Ausflug ins Grüne – dem Ausgleich. Voller Vorfreude auf den Nächsten, oder gedanklich, vom Letzten träumend.

Im Alltag muss alles schnell gehen, ob wortwörtlich oder vielleicht auch nur im Kopf – wir rennen ständig von hier nach dort. An freien Tagen können wir uns Zeit nehmen, die Augenblicke länger genießen, entschleunigen, innehalten und Energie tanken.“

„Doppelwirkung? Denkanstoß? So sehr wir uns im stressigen Arbeitsalltag nach den Erholungen sehnen, so denken wir doch leider auch in grünen Momenten wieder an die andere Seite. Ohne die eine Seite könnte es die Andere nicht unbedingt geben, sie würde womöglich auch an Anreiz verlieren, oder?“

Warum genau es ein ganzes Jahr gedauert hat, bis ich den Film auch ausserhalb des Festivals zeige, kann ich gar nicht genau sagen. Vielleicht weil es kein klassischer Film ist und dies sowieso nicht ‚mein Medium‘ ist? Vielleicht weil ich das ganze gerne noch etwas perfektioniert hätte?  So oder so, ich würde mich auf jeden Fall sehr über deine Gedanken dazu freuen!

Kunz BauwagenLesebühneHochstühle

P.S. Dieses Jahr bin ich übrigens nicht dort, aber ich wünsche allen ein großartiges Festival Wochenende <3!

 

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Februar 2016 – Schlafzimmer

Na da habe ich mir ja was Schönes ausgedacht. Über die Highlights aus dem jeweiligen Monat im Vorjahr wollte ich schreiben. Und im zweiten Monat des Jahres sieht es schon schwierig aus.

In meinem Kalender von Februar 2016 finde ich ein paar Termine: Zahnarzt, Friseur, Arbeitsmeetings und da hört es auch schon auf. Mein Ordner mit analogen Bildern gibt die Reise nach Dublin her, die Ende Januar/Anfang Februar war und das war es dann auch schon. Instagram verrät mir dann noch, dass ich ein paar Mal gebacken und gut gefrühstückt habe.

Als kleines Highlight kann ich aber vielleicht über unser Schlafzimmer berichten, welches im Februar durch das Aufhängen der Nachttischlampen fertiggestellt wurde. Nach ein paar Jahren mit 140 cm Bett in ca. 12 qm Zimmer sind wir 2015 Wohnungsintern umgezogen: 180 cm / ca. 22 qm. Ein Traum sage ich euch. Nicht nur die Bettgröße, sondern auch die Mengen an frischer Luft, die so ein Zimmer beinhalten kann.

bett-und-bilder

Das Bett ist von BoConcept, perfekt zum anlehnen und der Stauraum ist echt super. Was alles von Bügelbrett, Wanderrucksäcken bis zu Gästebettdecken da rein passt, ist richtig gut. Über unserem Bett hängen großartige Bilder der Planetenstände zu unseren jeweiligen Geburtsdaten. Martin hat diese bei Kickstarter entdeckt und wir haben sie noch hübsch rahmen lassen.

Unsere Nachttischlampen sind individualisierte Textilkabel, die wir online gefunden haben. Man konnte dort so ziemlich alles von Kabellänge & -farbe, Lichtschalter, Fassung und Stromstecker ganz genau aus vielen verschiedenen Möglichkeiten zusammen stellen. Für die Aufhängung  haben wir etwas länger gesucht und schließlich diese schwarzen Metallwinkel bei Etsy aus Litauen bestellt.

Diese hängen nun also, schön symmetrisch über unseren Hay Nachttischen, ausgestattet mit 60 Watt Glühlampen – hell genug zum lesen, dunkel genug um nicht zu blenden.

Unsere Kleiderschränke sind nicht so dekorativ, dafür haben wir es letztes Jahr endlich mal geschafft diese hübsche Bauhaus-Kommode umlackieren zu lassen. Mein Vater weiß glaube ich selbst nicht mehr so richtig, was er sich damals bei dem Lackieren in violett gedacht hat. Weiß ist doch einfach etwas dezenter. Darauf stehen ein Plakat der Sängerin Anna Ternheim – allerbeste Frühstücksmusik macht sie.

Gegenüber vom Bett haben wir dann noch die großartige Island Karte stehen, die wir uns 2015 mitgebracht haben. Vor allem um jeden Abend und Morgen das Fernweh weiter zu schüren. Landkarten verbreiten einfach einen magischen Zauber auf mich. Ich könnte da ewig drauf schauen. Und ein bisschen Kakteen-Grün kann auch nie schaden.

Achja, die Tagesdecke habe ich irgendwann bei Urbanara gefunden – gar nicht mal so einfach so große in schön zu finden. An den Deal, dass ich nun das Bett auch machen muss versuche ich mich zu halten.

Selbst gestrickte Strickjacke

Als ich ein Kind war, hatte ich eine Ersatzoma. Wir haben in der gleichen Straße gewohnt und da meine eigenen Großeltern zwei bzw. acht Autostunden entfernt wohnten, habe ich mir Ihr die Dinge gemacht, die man sonst vermutlich mit seinen Großeltern macht. Wir haben also zusammen Schokolade gegessen, gebastelt und Sie hat mich beim ‚Mensch ärgern dich nicht‘ spielen gewinnen lassen. So zumindest meine Erinnerung. Warum ich jetzt von Ihr erzähle? Sie hat mir Stricken beigebracht. Oder zumindest die ersten Anfänge gezeigt. Von dem Schal, den ich in dem Winter meiner Schwester zu Weihnachten schenkte, habe ich vermutlich 10 Reihen und Sie die weiteren 1,5 Meter gestrickt. Aber das war nun einmal der Anfang.

Jahrelang passierte dann Stricktechnisch ersteinmal nichts mehr. Bis ich 2011 mit Freundinnen in Istanbul war. Eine von uns brachte ihr Strickzeug mit und hat uns alle angesteckt. Mit nur zwei Stricknadeln kommt man zu viert nicht so schnell voran. In meiner Erinnerung waren wir aber relativ geduldig mit einander und zum Glück fast eine Woche zusammen unterwegs. So hatte jede von uns ein paar Tage Zeit für Ihren Loop. Die Zwischenzeit haben wir mit Tee und frisch gepressten Saft trinken, wunderschöne Stadt erkunden, Hamam besuchen und quatschen verbracht. Ich glaube wir haben uns sogar in einem kleinen Lädchen einen ganz günstigen Schal gekauft – nur um Ihn aufzutrennen und was aus der Wolle zu Stricken. Ganz erinnere ich mich nicht, aber ungefähr so war es bestimmt.

Tja, von da an habe ich alle paar Winter mal wieder gestrickt. Jedes Jahr aufs neue habe ich mir auf YouTube zeigen lassen, wie man Maschen aufnimmt. Wie linke Maschen funktionieren habe ich allerdings bis heute noch immer nicht so ganz begriffen.

anna-mit-stirnbandVor gut einem Jahr, genug gestrickte Schals, Loops und Stirnbänder mit Twist im Schrank, kam ich dann auf die absurde Idee eine Strickjacke stricken zu wollen. Zu dem Zeitpunkt hatte We are Knitters glaube ich ziemlich viele Kooperationen mit Bloggerinnen. Oder der Werbe-Algorithmus hat einfach sein aller bestes gegeben, denn ich sah online nichts anderes mehr als Links für diese Seite. Und Stricken & Strick schien so oder so auf einmal wieder total hip zu sein. Ein paar Tage später hielt ich dann also mein erstes Strickset in den Händen.

Ich erinnere mich noch relativ gut, dass mich die in Schriftgröße 5 gedruckt Anleitung etwas abschreckte. Zeile für Zeile wird da angegeben, welche Masche man dazu nehmen oder ablegen soll, wo was vernäht oder abgekettet wird. Ich habe ziemlich schnell beschlossen zu ignorieren, was in der zweiten bis fünften Spalte steht und einfach mal anzufangen. Das hat auch den Winter 2015/2016 lang ganz gut geklappt. Dann wurde es aber vermutlich warm und meine Interessen orientierten sich eher Richtung Eis selber machen, statt Stricken.

Im Frühjahr 2016 besuchte mich dann allerdings eine Freundin aus Frankreich für ein paar Tage und wir kamen auch auf’s Stricken zu sprechen. Long Story Short: Sie kaufte sich im Herbst das gleiche Strickset und schickte mir gefühlt nur zwei Wochen später ein Foto von sich in der Jacke. Na toll und ich brauche hundert Jahre? Ehrgeiz sowas von geweckt, habe ich dann wieder angefangen fleißig zu Stricken. Mit 8er Stricknadeln (-> Finger dick sind die und ca. 30 cm lang) kommt man auch ziemlich gut vorwärts, sowohl auf dem Sofa als auch im Zug.

Rund um Weihnachten bin ich dann fertig geworden und dann kam der mit Abstand nervigste Part: Zusammen nähen der fünf Teile. Meine Güte, das hat wirklich keinen Spaß gemacht. Den kompletten 26.12. saß ich vor dem Sofa auf dem Fußboden um auf dem Couchtisch die Teile korrekt anzuordnen und irgendwie zu bändigen. Aber als dann alles zusammen- & vernäht war und ich das gute Stück zum ersten Mal anziehen konnte war auch alles schon wieder vergessen.

Ich bin mächtig stolz und freue mich sehr über diese super warme Strickjacke.

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Das sie extrem flusig und fusselig ist, war beim Stricken leider schon abzusehen. Aber das ist nicht schlimm: noch ein Grund mehr wieder von Vorne anzufangen. Immerhin weiß ich jetzt, das jeder Schritt dieser Anleitung zu bewältigen ist.

1/2 des neuen Rückenteils in nichtfusseliger Wolle ist bereits wieder geschafft und ich habe dieses Mal eine super App dabei: Row Counter. Um nicht durcheinander zu kommen, ob man jetzt in Reihe 3, 17 oder 34 ist und gerade Maschen dazu oder ablegen möchte.